Die fixen Kosten

Aktuelles

Erstattungsfähige Fixkosten bei Corona-Hilfen
Die Bundesregelung Fixkostenhilfe 2020 wurde am 20. November 2020 veröffentlicht.

  • Die Fixkostenhilfen dürfen für ungedeckte Fixkosten gewährt werden, die während des Zeitraums vom 1. März 2020 bis 30. Juni 2021 entstanden sind bzw. entstehen, einschließlich für solche Kosten, die in einem Teil dieses Zeitraums entstanden sind bzw. entstehen (beihilfefähiger Zeitraum).
  • Die Fixkostenhilfe darf Unternehmen gewährt werden, die während des beihilfefähigen Zeitraums Umsatzeinbußen von mindestens 30% im Vergleich zu demselben Zeitraum im Jahr 2019 erlitten haben bzw. erleiden.
  • Der Bezugszeitraum ist ein Zeitraum im Jahr 2019, gleich ob der beihilfefähige Zeitraum in das Jahr 2020 oder 2021 fällt. Die Umsatzeinbußen sind bei Antragstellung durch den Antragsteller glaubhaft zu machen und zu bestätigen.
  • Die Beihilfeintensität darf 70% der ungedeckten Fixkosten nicht übersteigen, außer bei kleinen und Kleinstunternehmen, bei denen die Beihilfeintensität 90% der ungedeckten Fixkosten nicht übersteigen darf.
  • Die Gesamtsumme der einem Unternehmen nach dieser Regelung gewährten Fixkostenhilfen darf den Höchstbetrag von 3 Millionen Euro pro Unternehmen nicht übersteigen.
  • Kosten, die unabhängig von der Ausbringungsmenge entstehen (Fixkosten), sind auf der Grundlage dieser Regelung beihilfefähig, soweit es sich um ungedeckte Fixkosten handelt.

Bundesregelung Fixkostenhilfe 2020

Grundsätzliches

 
Die Unterscheidung in fixe und variable Kosten ist die Grundlage der Teilkostenrechnung, deren wesentliches Interesse in der Deckungsbeitragsrechnung und der Gewinnschwellenrechnung liegt.

Wenn die Kostenrechnung als Hilfsmittel unternehmerischer Entscheidungen eingesetzt werden soll, muss sie Auskunft geben können, wie sich der Gesamtkostenblock bei Beschäftigungsschwankungen verändert.

Dazu muss der Gesamtkostenblock in fixe und variable Kosten aufgeteilt werden. Mischkosten sind Kosten, die sich aus variablen und fixen Bestandteilen zusammensetzen.

Als "fix" oder beschäftigungsunabhängig wird der Teil der Kosten bezeichnet, der sich bei einem Anstieg oder Rückgang der Kapazitätsauslastung (Beschäftigung) nicht mit verändert. Die fixen Kosten fallen also immer in der gleichen Höhe an. Mieten, Versicherungsbeiträge und Gehälter wären Beispiele dafür. Diese Kosten entstehen auch dann, wenn nicht produziert wird. Deshalb bezeichnet man sie häufig auch als Bereitschaftskosten.

Bezogen auf den einzelnen Kostenträger (Leistungseinheit) sind die fixen Kosten aber beweglich. Sie verteilen sich bei einem Anstieg der Beschäftigung besser. Nehmen wir als Beispiel eine Tischlerei. Wir unterstellen eine Monatsmiete von 5.000 Euro. Wäre das Gebäude im Eigentum der Firma würde ein entsprechender Abschreibungsbetrag zu Buche schlagen. Wir unterstellen zur Vereinfachung, dass nur eine Erzeugnisart hergestellt wird.

Produzierte Erzeugnisse in Stück Fixe Kosten in Euro
Gesamt je Stück
1
10
50
100
200
5.000
5.000
5.000
5.000
5.000
5.000
500
100
50
25

Intervallfixe Kosten (Sprungfixe Kosten)

Intervallfixe Kosten (Sprungfixe Kosten) bleiben innerhalb bestimmter Beschäftigungsintervalle unverändert. Beim Überschreiten der Kapazitätsobergrenze steigen diese Kosten jedoch sprunghaft an, und bleiben dann innerhalb dieses neuen Beschäftigungsintervalls konstant. Die Kostenfunktion nimmt in diesem Fall einen treppenartigen Verlauf an. Das ist darauf zurückzuführen, dass bestimmte Kosten nicht beliebig teilbar sind, sondern nur in ganzen Einheiten verändert werden können.

Intervallfixe Kosten (Sprungfixe Kosten) bleiben innerhalb bestimmter Beschäftigungsintervalle unverändert.

Bei der Anschaffung einer neuen Maschine entstehen neue Kosten. Diese bleiben innerhalb des neuen Beschäftigungsintervalls konstant.

Kostenremanenz

Bei abnehmender Beschäftigung sinken die Kosten nicht im gleichen Maße. Die zuvor angeschafften Maschinen erzeugen Kosten, die sich nicht so einfach wieder abbauen lassen.

Bei rückläufiger Beschäftigung gehen die Kosten erst mit einer zeitlichen Verzögerung zurück. Gründe:

  • Abschreibungen für stillgelegte Maschinen
  • Kündigungsfristen für Räume
  • Kündigungsschutz für Arbeitnehmer

Fixe Kosten und Gemeinkosten

Fixe Kosten sind immer Gemeinkosten. Gemeinkosten können aber auch variable Kosten sein. Damit gilt:

Einzel- und Gemeinkosten sowie variable und fixe Kosten

oder:

Einzelkosten sind stets variable Kosten. Fixe Kosten sind immer Gemeinkosten.

Nutzkosten und Leerkosten

Die Kennzahl Beschäftigungsgrad gibt Auskunft über die Auslastung von Kapazitäten. Das Maß der Auslastung der Kapazität ist der Beschäftigungsgrad. Es gilt:

Beschäftigungsgrad = Istbeschäftigung / Kannbeschäftigung *100%

Die Nutzkosten sind der Teil der Fixkosten, der auf die in Anspruch genommene Kapazität entfällt. Der nicht genutzte Teil der Kapazität verursacht auch Kosten, diese werden als Leerkosten bezeichnet.