Die Deckungsbeitragsrechnung
Die Unterscheidung in fixe Kosten und variable Kosten ist die Grundlage der
Teilkostenrechnung, deren wesentliches Interesse in der Deckungsbeitragsrechnung und der Gewinnschwellenrechnung liegt.
Als "fix" oder beschäftigungsunabhängig wird der Teil der Kosten bezeichnet, der sich bei einem Anstieg oder Rückgang der Kapazitätsauslastung (Beschäftigung) nicht mit verändert. Die fixen Kosten fallen also immer in der gleichen Höhe an. Sie sind aber keinesfalls unveränderlich. Mieten, Versicherungsbeiträge und Gehälter wären Beispiele dafür. Diese Kosten entstehen auch dann, wenn nicht produziert wird. Deshalb bezeichnet man sie häufig auch als Bereitschaftskosten.
Als "variabel" oder beschäftigungsabhängig wird der Teil der Kosten bezeichnet, der sich bei einem Anstieg oder Rückgang der Kapazitätsauslastung (Beschäftigung) verändert.
Die Deckungsbeitragsrechnung ist eine Bruttogewinnrechnung.
Der Deckungsbeitrag ist die Differenz zwischen den erzielten Erlösen und den variablen Kosten. Er dient zur Deckung der Fixkosten und zur Erwirtschaftung eines Gewinns. Der Deckungsbeitrag kann sich
auf ein Stück, den Betrieb oder das Unternehmen beziehen.
Es gilt also:
Rechnerisch | Grafisch |
---|---|
Pro Stück: Preis Für das Unternehmen: Umsatz der Periode |
Betrachtet man den Verlauf der Kosten bezogen auf die Ausbringungsmenge, ergibt sich folgendes Bild:
Alle beteiligten Kostenarten verhalten sich linear.
Wenn man die Kosten aber auf eine Einheit (Stück) bezieht, ergibt sich folgendes Bild:
Fixkosten und Gesamtkosten verhalten sich jetzt degressiv (gehen pro Stück zurück). Die variablen Kosten bleiben pro Stück konstant.
Bei einem konstanten Stückdeckungsbeitrag ergibt sich für den Gesamtdeckungsbeitrag folgendes Bild:
Der Gesamtdeckungsbeitrag steigt linear an.
Variable und fixe Kosten ermitteln - Auflösung der Kosten
Es müssen zu zwei verschiedenen Ausbringungsmengen die zugehörigen Gesamtkosten bekannt sein. Aus der Division der Kostendifferenz durch die Beschäftigungsdifferenz ergibt sich der proportionale Satz (variable Stückkosten). Danach wird die Höhe der Fixkosten ermittelt.
Beispiel:
Januar | Februar | |
---|---|---|
Produzierte Stückzahl | 10.000 | 12.000 |
Gesamtkosten | 230.000 Euro | 270.000 Euro |
Umsatz | 300.000 | 360.000 |
Annahme: Die durch die Mengenänderung bewirkte Kostenänderung geht nur auf die variablen Kosten zurück.
Mengenänderung: 2.000 Stück (12.000 - 10.000)
Kostenänderung: 40.000 Euro (270.000 - 230.000)
variable Kosten: 20 Euro/Stück (40.000 Euro/ 2.000 Stück)
Preis: 30 Euro/Stück (300.000/10.000 oder 360.000/12.000)
Der Stückdeckungsbeitrag beträgt 10 Euro (30 Euro - 20 Euro).
Fixkosten = Gesamtkosten - variable Kosten
Januar: Fixkosten = 230.000 Euro - (10.000 Stück * 20 Euro/Stück) = 30.000 Euro
Probe
Februar: Fixkosten = 270.000 Euro - (12.000 Stück * 20 Euro/Stück) = 30.000 Euro
Einstufige Deckungsbeitragsrechnung
Man spricht auch von Direct Costing bzw. Proportionalkostenrechnung.
Die Kosten der Rechnungsperiode müssen im Rahmen der Kostenartenrechnung in beschäftigungsabhängige (variable) und beschäftigungsunabhängige (fixe) aufgespalten werden. Nur die variablen Kosten werden auf die Kostenträger verrechnet.
Der Betriebserfolg errechnet sich aus dem Deckungsbeitrag der Periode abzüglich den Fixkosten der Periode.
Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung
Man spricht auch von stufenweiser Fixkostendeckungsrechnung.
Die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung baut auf der einstufigen Deckungsbeitragsrechnung auf. Es werden auch nur die variablen Kosten den Kostenrägern zugerechnet.
Die Fixkosten gehen aber nicht in einem geschlossenen Block in die Ergebnisrechnung ein. Es erfolgt eine differenzierte Behandlung der Fixkosten. Sie werden in hierarchische Schichten aufgespalten. Damit soll die Kostenstruktur transparenter werden um Möglichkeiten der Optimierung zu erhalten.
Die Fixkosten werden dabei bestimmten Bezugsobjekten möglichst verursachungsgerecht zugeordnet. Möglichkeiten der Differenzierung wären:
- Fixkosten, die nur einer einzelnen Erzeugnisart zugerechnet werden können.
- Fixkosten, die durch einzelne Erzeugnisgruppen entstehen.
- Fixkosten des gesamten Unternehmens.
Aufgaben der Deckungsbeitragsrechnung
Für kurzfristige Entscheidungen hat die Teilkostenrechnung ihre Berechtigung, nicht zuletzt deshalb, weil sie zur Optimierung des Gesamtergebnisses beiträgt.
Die Deckungsbeitragsrechnung bietet eine sinnvolle Entscheidungshilfe bei vielen praktischen Problemen.
- Preisbeurteilung (kurzfristige Preisuntergrenze und Mindestdeckungsbeitrag)
- Programmoptimierung (gewinnmaximales Produktionsprogramm)
- Verfahrenswahl (optimales Produktionsverfahren)
- Eigenfertigung oder Fremdbezug